Als bewährtes Mittel der Teambildung in neuen Jahrgangsklassen hat sich an der Fachoberschule Informatik der MM-BbS ein Besuch im Hochseilgarten inmitten des größten Stadtwaldes Europas - der Eilenriede - etabliert. So hieß es für den jüngsten Klassenverbund der FOI 11A Gemeinschaftsaktivitäten und Klettern, statt binomischer Formeln und Vererbung von Objekten.
Nach traditioneller Informatiker-Manier versammelten sich alle Schüler, in wunderbare Klettergewände gehüllt, zur vereinbaren Zeit vor den Toren des Hochseilgartens. Der ein oder andere schaute des frühen Morgens noch etwas mürrisch drein, dies war sicherlich der frühen Tageszeit geschuldet und sollte sich im Tagesverlauf noch verflüchtigen.
Erst die Arbeit dann das Vergnügen.
Den Einstieg des Tages gab uns Trainer HEINZ, der die Führung anschließend an unsere Gruppenbetreuer Alex und Marco übergab. Nach einer allgemeinen Begrüßung, Erwartungshaltung der Teilnehmer sowie den allgemeinen Sicherheitsrichtilinien konnten wir diesen zeremoniellen Teil des Tages abschließen und wurden mit der ersten Gruppenaktivität vertraut gemacht. Bisher war noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, so gab es weiterhin "ein paar" düstere Gesichter.
Hand in Hand für ein gemeinsames Ziel
Dies sollte sich aber in kürze ändern. Begonnen haben wir mit der Bekämpfung von Voldemorts Zauberstab. Während dieses Gefechts standen wir uns paarweise gegenüber und bildeten mit unseren Zeigefingern und denen des Partners eine Art Eisenbahnschiene. Den Zauberstab, in Form eines Alu Rohrs, legten die Trainer auf unser FOI-Schienensystem. Nun mussten wir gemeinschaftlich das Rohr zu Boden bringen, und auf die dafür vorgesehenen Holzklötze stellen.
Die ersten zwei Versuche ließen die Magie des Rohrs deutlich werden, denn anstatt abwärts bewegte der Stab, in einem Getöse aus Stimmen, eher gen Himmel statt zum Boden. Die physikalischen Grundgesetze wurden durch die Magie vollkommen außer Kraft gesetzt. Kurzer Hand wurde eine einvernehmliche Entscheidung getroffen, Alex, der in der Mitte der Gruppe stand, wurde zum temporären Zauberstabkoordinator erkoren. Alex machte seine Aufgabe ausgesprochen gut. Dank seiner präzisen Ansagen, die zusätzlich durch seine männlich markante Stimme unterstrichen wurden. So ging das Duell Zauberer vs. FOI in der dritten Runde an die Schüler. Die Gewitterwolken verzogen sich zunehmend aus den Gesichtern. Die nächste Aufgabe, der "Hochhausbauende Kraken" konnte dann auch die letzten Zweifler überzeugen und die gesamte Klasse hatte sichtlichen Spaß.
Der Kraken ist eine Holzscheibe an der ca. 40 dünne Seile befestigt sind. Jeder bekam 1-2 Seile in die Hand und somit verhalfen wir ihn zum Fliegen. Unterhalb der Scheibe war ein Bügelsystem befestig, mit diesem Bügel konnten herumliegende Holzklötze in der dafür vorgesehenen Nut aufgehoben und übereinander gestapelt werden. Leichter gesagt als getan. Die Körper der Klötze waren nicht identisch, es gab gerade und schräge Klötze. Daher musste die Klasse nach rascher Anfangsbauphase den "STATISTIKER" zur Rate ziehen, der den Turm nach dem ersten Einsturz erneut berechnete. Unglücklicherweise spielte im zweiten Anlauf die Statik dem Statistiker einen Streich, und der Trum stürzte nach 5 von 8 Elementen erneut ein. Die Begeisterung aller war quasi zum Greifen nahe. Naja aus Fehlern lernt man, bei nächsten Mal bauen wir einen Bungalow mit Flachdach.
Von oben ist die Aussicht viel besser
Genug mit Bodenturnen, jetzt geht es ans Eingemachte, die Gruppen fürs Klettern werden eingeteilt und jeder bekommt ein sehr anmutendes Klettergeschirr angelegt. Safety First. Wir sind nun in vier einzelne Teams mit einem Trainer aufgeteilt. Wir (Gülcan, Oliver, Dennis, Marvin, Herr Heinrich und ich) haben das Vergnügen mit Alex. Zum Einstieg mussten wir uns in ca. 10 Metern Höhe den Weg zwischen zwei Bäumen über einzelne Holzbalken bahnen, die die anderen vom Boden aus fixierten und bei Bedarf an die richtige Stelle justierten. Das erste Highlight war das "Ablassen" aus den Bäumen. Laut Alex "...müsst ihr euch einfach ins Geschirr legen". Leichter gesagt als getan. Aber wo sie Recht hat, hat sich Recht. Nachdem man die erste Scheu überwunden hatte, glitt man wie mit Engelsfügeln wieder Richtung Boden. Mit sichtlich weichen Knien aber dennoch begeistert gingen wir an die nächste Station.
Dort mussten wir gemeinsam, in 12 Metern Höhe, zwei parallel verlaufende Holzbanken überqueren. Während des ganzen Wegs gab es keinerlei Seile an denen man sich festhalten konnte. Daher musste man gemeinsam mit dem Partner, die Hände auf den Schultern des anderen haltend, die Balken überqueren. Eine sehe wackelige Angelegenheit aber wenn man sich unterstütz und gut zuredet ist auch dies kein Problem.
Nach der Himmelsleiter, die höchste Station des Parks, eine in 25 Metern Höhe befestigte Strickleiter, ging es für einen Teil zur löcherigen Brücke und für einige Adrenalin Sympathisanten, zum Drahtseil mit anschließendem freien Fall. Auch diese Aufgabe haben alle mit Bravour gemeistert, aber selbstverständlich hat der Rückhalt der Gruppe auch einen bedeutenden Teil dazu beigetragen.
Zum Schluss gab es noch eine gemeinsame Station, das fliegende Eichhörnchen. Wir wurden alle nacheinander an einen Flaschenzug befestig und die Gruppe hat am anderen Ende des Seils, auf das Kommando des Trainers gewartet, um im Laufschritt das Eichhörnchen in die Luft zu befördern. Sichtbar erschöpft wurden abschließend ein paar Eindrücke ausgetauscht und der Tag beendet.
Aus persönlicher Sicht und durch die Resonanz der anderen Schüler, ist das Konzept der leitenden Lehrer der FOI, auch in diesem Jahr wieder vollkommen aufgegangen. Die teambildende Veranstaltung im Hochseilgarten ist aus zweierlei Gesichtspunkten sehr positiv.
Zum einen lernt man seine neuen Mitschüler mal auf einem meist unbekannten Terrain kennen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeiten persönliche Eigenschaften fernab des Schulalltags aufzudecken und auch zu Klassenkameraden, mit denen man bisher keinen sonderlich regen Kontakt hatte, eine Beziehung aufzubauen.
Außerdem helfen die vielen Gemeinschaftsaufgaben das Gesamtgefüge der Gruppe zu formen und auszuprägen. Das Gesamtpaket aus den einzelnen Spielen und Klettern bereit allen Freude, und projiziert den gemeinsamen Spaß im nach hinein auch in den Schulalltag.
Deutsch 13.09.2011 - Bericht über den Hochseilgarten – Gruppe B
Malte Seydler, Marwin Forstreuter, Martin Soremba und Marwin Schulze