Publiziert am 03.11.2016 um 13:03 Uhr. Kategorie: Top-News

Berufsorientierung ist ein Gesellschaftsauftrag

In Deutschland gibt es 18.000 unterschiedliche Studiengänge. Hinzu kommen 328 anerkannte Ausbildungsberufe sowie duale Ausbildungen. Da verlieren selbst Arbeitsmarktexperten den Überblick. Weshalb es kaum verwundert, dass Schülerinnen und Schüler mit der Berufs- oder Studienwahlentscheidung häufig überfordert sind.

„Umso wichtiger ist es, dass alle handelnden Akteure von der Wirtschaft und dem Handwerk über die Kammern und Verbände bis hin zum Arbeitsamt Hand in Hand gehen und schlüssige Berufsorientierungskonzepte entwickeln, die mit den Schulen abgestimmt und dort verankert sind und gelebt werden“, sagte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zum Auftakt der Fachtagung „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen“ mit 280 Teilnehmern in der MMBbS an der Expo Plaza. Da es um nichts Geringeres als um die Zukunft des Wirtschaftsstandort Deutschland geht, „stehen wir vor der gesellschaftlichen Herausforderung, junge Menschen analog zu ihrer Interessen und Fähigkeiten an die Arbeitswelt heranzuführen, um ihnen Lebensperspektiven aufzuzeigen“, sagte Heiligenstadt. Dazu gehöre auch, dass Jugendliche die Chance bekommen, über unterschiedliche Praktika in Berufe hinein zu schnuppen. „Nur so können sie festzustellen, ob der Beruf Spaß macht und zu einem passt“, betonte die Kultusministerin und forderte hierzu mehr Kooperationswillen zwischen den handelnden Arbeitsmarktakteuren Schüler müssen über die Kompetenz verfügen, eigene Wünsche und Fähigkeiten mit den Anforderungen und Möglichkeiten in der Arbeitswelt abzugleichen, um daraus Schritte für die weitere Lebensplanung zu entwickeln. „Der Prozess der Berufs- und Studienorientierung muss daher adressenorientiert und individuell ab Schuljahrgang 5 angelegt werden“, sagte Petra Peter. Die Leiterin der Koordinierungsstelle Berufsorientierung im niedersächsischen Kultusministerium stellte bei der Fachtagung ein neu entwickeltes Arbeitspapier zur Berufs- und Studienorientierung vor, das voraussichtlich zum 1. August 2017 in Kraft treten soll. Die 280 Lehrkräfte, die aus ganz Niedersachsen angereist waren, diskutierten in unterschiedlichen Foren Themen wie „Potentialanalyse“, „Berufsorientierung an Gymnasien“ oder „Betriebliche Praktika erfolgreich organisieren“ und wie sich dies alles nachhaltig in den schulischen Alltag integrieren lässt.


© Multi-Media Berufsbildende Schulen Hannover, 2009-2013