Publiziert am 18.05.2017 um 14:44 Uhr. Kategorie: Top-News

#mmbbshack17 - 4. Tag: Einfach mal die Welt verbessern

MMBbS-Hackathon: 36 Schülerinnen und Schüler entwickeln „Problemlösungen"

Schöne vernetzte Welt: Ein Mülleimer, der via Ultraschall den Füllstand misst und dem Entsorgungsbetrieb über mobile Daten mitteilt, wann er geleert werden will. Eine Park-Control-Applikation, die in Echtzeit freistehende Parkplätze übermittelt und so den Parkplatzsuchverkehr und Emissionen reduziert. Ein Sensor („IFindStaub“), den Vielfahrer-Lieferdienste wie die Post mitführen, um in Echtzeit die Feinstaubbelastung zu messen und an einen Kartendienst zu übermitteln, damit jederzeit die Schadstoffbelastung flächendeckend abgebildet werden kann; schließlich sterben in Deutschland jedes Jahr über 30.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung. Ein sensorgestütztes Einlasskontrollband, über das sich Publikumsströme in Notfallsituationen intelligent steuern lassen.

Dies sind nur vier von sechs praxistauglichen Lösungsansätzen für drängende Alltagsprobleme, die 36 Schülerinnen und Schüler aus dem ersten IT-Ausbildungsjahr beim Hackathon der Multimedia berufsbildenden Schulen (MMBbS) an der Expo Plaza von Montag bis Mittwoch dieser Woche in nur drei Tagen entwickelt und funktionierende Prototypen gebaut haben. Das Internet der Dinge macht es möglich! Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt.

Die Begeisterung der Fachjury, bestehend aus IT-Experten aus Unternehmen und anwesenden Wirtschaftsvertretern bei der heutigen Präsentation, war groß. Das Interesse an den technischen Lösungen noch größer. Vor allem ließen sie sich das Lösungskonzept des „GarbageControl“ genau erläutern. Schon deshalb, weil das entwickelte, an jeden gängigen Mülleimer oder Container nachrüstbare Modul gerade einmal 20 Euro kosten würde. Das Ultraschall-Modul ist umhaust und damit vor Witterungseinflüssen und Vandalismus geschützt. Ist ein zuvor definierter Füllstand erreicht, teilt das System dies über eine Schnittstelle mit und signalisiert: „Ich will geleert werden.“

Ebenfalls genau hingeschaut wurde beim Prototypen einer Kasse, die anhand der RFID-Aufkleber an Produkten die Zeit in der Warteschlange minimieren soll. Ausgestattet mit solchen Chips braucht der Kunde im Supermarkt nicht einmal den Einkaufskorb leeren, um die Produkte zu scannen. Ebenfalls mit einem RFID-Leser ausgestattet wurde durch eine Gruppe der Trinkwasserspender, der auf Knopfdruck die gewünschte Menge Wasser bereitstellen sollte. Eine solche Wasserversorgung „To-Go“ sucht man in Deutschland vergebens.

Gewonnen indes hat die Gruppe, die das sensorgestützte Einlasskontrollband „Bean“ entwickelt hat. Als Alternative zum klassischen Festivalbändchen lassen sich mit dem Smartband proaktiv Besucherströme steuern, indem Besucher auf kleinen Displays Fluchtweg-Empfehlungen angezeigt werden. Nach Ansicht der Fachjury sei die Idee skalierbar und besitze Marktpotential.

In den vier Tagen wurden die Schülerinnen und Schüler aus den Bildungsgängen „Fachinformatiker/-in für Systemintegration“, „Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung“, sowie die „Informatikkaufleute“ durch eine Gruppe von Expertinnen und Experten unterstützt. Dieses Angebot war sowohl technisch als auch wirtschaftlich ausgerichtet. Somit konnten technische Hürden in der Prototypentwicklung gemeistert, der zu erstellende Businessplan besprochen sowie auch der Tellerrand überschaut werden.


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